Wohn-Riester für die Baufinanzierung nutzen

Wohn-Riester

Die gesetzliche Rentenversicherung wird die Kosten für den Lebensbedarf im Alter nicht decken können. Deshalb unterstützt der Staat mit verschiedenen Förderkonzepten die private Altersvorsorge. Eines davon ist Wohn-Riester, auch bekannt unter dem Namen Eigenheimrente. Ziel dieser seit 2008 bestehenden Förderung ist, dass Sie dank staatlicher Zulagen und Steuererleichterungen die Baufinanzierung schneller abwickeln und im Alter mietfrei wohnen können. Wie Wohn-Riester funktioniert, wer gefördert wird und für wen die Förderung der Baufinanzierung interessant ist, lesen Sie hier.

Zielgruppen von Wohn-Riester

Nicht jeder hat die Möglichkeit, mit Hilfe von Wohn-Riester ein Grundstück zu kaufen und den Hausbau oder Hauskauf zu finanzieren. Zielgruppen von Wohn-Riester sind diejenigen, die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

  • Das sind vorwiegend Angestellte und Arbeitnehmer sowie Auszubildende, die in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis bei einem öffentlichen, privaten oder kirchlichen Arbeitgeber stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung ausüben.
  • Diesen Berufsgruppen gleichgestellt sind alle, die eine staatliche Altersversorgung erhalten, nämlich Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Beamte und Beamtenanwärter, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten und die nicht verpflichtet sind, Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.
  • Wohn-Riester für die Baufinanzierung beantragen können auch Selbstständige, die zur Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung verpflichtet sind, ebenso wie Personen, die eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderung oder eine Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten.

Was viele nicht wissen: Auch Beschäftigte in sogenannten Minijobs, deren Verdienst zwischen 450 und 850 Euro im Monat liegt, können Wohn-Riester beantragen, um ein Grundstück zu kaufen oder den Hausbau beziehungsweise den Hauskauf zu finanzieren. Das gilt auch für Bezieher von Arbeitslosengeld I und II, die bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet sind, ebenso wie für Kindererziehende in den ersten 36 Kalendermonaten nach einer Geburt sowie für Bundesfreiwilligendienstleistende.

Diese Regeln liegen Wohn-Riester zugrunde

Es gibt einige typische Merkmale von Wohn-Riester, die Sie kennen sollten, um eine optimale Förderung zu erzielen, wenn Sie ein Grundstück für den Hausbau kaufen oder einen Hauskauf finanzieren möchten.

  1. Wenn Sie die Baufinanzierung mit Wohn-Riester für den Hausbau, den Grundstück-Kauf, den Hauskauf oder für die Finanzierung einer Eigentumswohnung nutzen, müssen Sie in die finanzierte Immobilie selbst einziehen, die zwingend Ihr Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt sein muss. Handelt es sich um ein Zwei- oder Mehrfamilienhaus, können Sie die Förderung über Wohn-Riester nur für den Teil nutzen, in dem Sie selbst wohnen. Bei einer kompletten Fremdvermietung haben Sie keinen Anspruch auf Förderung durch Wohn-Riester.
  2. Die Voraussetzung der Eigennutzung Ihrer Immobilie bedingt, dass wenn Sie eine über Wohn-Riester geförderte Immobilie verkaufen, müssen Sie das gesamte geförderte Riester-Vermögen in einen anderen Riester-Vertrag einzahlen. Nur so bleibt die Förderung erhalten. Anders verhält es sich bei einer befristeten Vermietung, bei der die Förderung unter der Voraussetzung erhalten bleibt, dass Sie bis spätestens zum 67. Lebensjahr selbst wieder in die Immobilie einziehen werden.
  3. Es gibt eine Grundzulage in Höhe von 154 Euro sowie mögliche Zulagen für Kinder in Höhe von jeweils 185 Euro sowie für ab 2008 geborene Kinder in Höhe von jeweils 300 Euro jährlich. Anderes gilt für Berufseinsteiger bis zu einem Alter von 25 Jahren, denen einmalig 200 Euro gewährt werden. Von dieser Förderung profitieren Sie allerdings nur unter der Voraussetzung, wenn der errechnete Mindesteigenbetrag in die Baufinanzierung einfließt. Das sind vier Prozent vom Bruttogehalt des Vorjahres abzüglich der Zulagen.
  4. Sie können jährlich bis zu 2.100 Euro an Tilgungszahlungen als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Allerdings müssen Sie einen Teil davon im Alter nachversteuern.

Was mit Wohn-Riester gefördert werden kann

Die Riester-Förderung ist nicht allein auf einen aktuellen Hauskauf oder Hausbau, auf den Grundstück-Kauf oder den Kauf einer Eigentumswohnung ausgerichtet. Seit 2013 können Sie auch Immobilien, die vor 2008 fertiggestellt oder gekauft wurden, im Rahmen einer Anschlussfinanzierung mit Wohn-Riester finanzieren. Das gilt beispielsweise auch für einen alters- und behindertengerechten Umbau oder Ausbau beziehungsweise die Modernisierung einer bereits vorhandenen Immobilie.

So funktioniert die Baufinanzierung mit Wohn-Riester

Wenn Sie die Förderung durch Wohn-Riester nutzen möchten, haben Sie die Wahl zwischen insgesamt drei Produktvarianten, dem reinen Riester-Darlehen, einem geförderten Kombivertrag aus einem Bausparvertrag und einem Darlehen sowie dem Riester-Bausparen.

  1. Das Riester-Bausparen ist die Variante, die am meisten verbreitet ist, und die wie ein Bausparvertrag funktioniert: Sie sparen einen bestimmten Betrag an, der verzinst wird. Ist der Vertrag zuteilungsreif, erhalten Sie von der jeweiligen Bausparkasse ein Bauspardarlehen für den Hausbau oder Hauskauf, wobei die Zuschüsse sowohl in der Sparphase als auch in der Tilgungsphase gewährt werden.
  2. Bei Kombiverträgen wird ein Voraus-Darlehen später durch ein Bauspardarlehen abgelöst. Diese Variante ist dann empfehlenswert, wenn Sie Geld für ein Grundstück, den Hausbau oder Hauskauf benötigen, die Baufinanzierung also sofort benötigen.
  3. Reine Riester-Darlehen, bei denen der Kreditnehmer einen Kreditvertrag abschließt, für dessen Tilgung die Zuschüsse verwendet werden, werden sehr selten angeboten.

Es sind vor allem die Besserverdiener und Familien mit Kindern, die von Wohn-Riester beim Hauskauf, Hausbau und dem Grundstück-Kauf im Rahmen der Baufinanzierung profitieren. Insgesamt kann die Baufinanzierung um rund ein bis zwei Jahre verkürzt werden, was sich auch auf die Reduzierung von Zinsen auswirkt. Beide Ehepartner oder Lebenspartner können von der Grundzulage profitieren, wenn sie jeweils einen eigenen Kreditvertrag abschließen. Grundsätzlich muss ein für den Hausbau, Hauskauf oder Grundstück-Kauf verwendetes Darlehen bis zum 68. Lebensjahr abbezahlt sein, ansonsten muss auf einen nicht durch Wohn-Riester geförderten Kredit umgestellt werden.