Tiny-House: Leben auf kleinstem Raum

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Das Tiny-House (kleines Eigenheim) findet inzwischen auch in Europa Einzug. Der Trend (small house movement) begann in den USA, wo Menschen erkannt haben, dass eine wachsende Bevölkerung nicht länger Hunderte Quadratmeter zum Leben nutzen kann.

Hintergrund des Trends

Viele Industriestaaten stehen vor dem Problem, dass sich ihre Bevölkerung verändert: Es werden weniger Kinder geboren, wodurch es immer mehr alte Menschen gibt. Trotz des demografischen Wandels moderner Länder, wo die Bevölkerungsanzahl abnimmt, wächst die durchschnittliche Wohnfläche der Menschen. In den USA zum Beispiel wuchs sie von 165 Quadratmeter (1978) auf 230 Quadratmeter (2007). Der Grund für das Wachstum der Wohnfläche ist in erster Linie mit dem materiellen Wohlstand zu begründen.

Seit der Finanzkrise ab 2007 begannen die US-Amerikaner, sich vermehrt nach Alternativen umzusehen. Das sogenannte Tiny-House begann, mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Es handelt sich im Grunde um ein kleines Eigenheim, welches wenige Quadratmeter (meist < 10 pro Person) zur Verfügung stellt. Die Häuser sind so aufgebaut, dass jeder Quadratmeter intelligent ausgenutzt wird. Platz wird praktisch nicht verschwendet.

Tiny-House ist eine Investition in Nachhaltigkeit

Das Tiny-House könnte in vielen Ländern der Erde eine Notwendigkeit werden, wenn wir das Wachstum der menschlichen Bevölkerung betrachten. Die [United Nations (UN)] gehen davon aus, dass unser Planet bis 2030 rund 8,5 und 20 Jahre später 9,7 Milliarden Menschen beherbergen muss. 2100 soll die weltweite Bevölkerung auf 11,2 Milliarden Menschen anwachsen.

Europa und Deutschland folgen nicht diesem Trend der wachsenden Bevölkerungszahl. Auf unserem Kontinent werden in Zukunft weniger Menschen wohnen als heute. Das Tiny-House wird hier jedoch einem anderen Zweck dienen: Bereits heute ist in Deutschland eine Landflucht zu bemerken. Insbesondere junge Menschen und Familien ziehen in Städte, wo ihre Zukunftsaussichten größer sind. Wohnraum wird in Großstädten vermehrt knapp werden. Ein Tiny-House kann für Familien eine Möglichkeit darstellen, nicht darauf zu verzichten, ein kleines Eigenheim zu besitzen.

Das Tiny-House wird in Zukunft nicht nur den Traum vom Eigenheim erfüllen, sondern auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Ein kleines Eigenheim ist nicht nur aufgrund seiner Größe umweltschonend, sondern auch durch den Einsatz moderner Materialien, Möbel und Energielieferanten.

Die deutsche Zielgruppe des Tiny-House-Trends

Das Tiny-House richtet sich nicht nur an Menschen, die in Großstädten wohnen möchten. Folgende Personen zählen zur Zielgruppe:

  1. Alleinstehende: Wer Geld gespart hat und dieses nicht als Eigenkapital für einen Kredit nutzen möchte, kann sich von seinem Ersparten ein Tiny-House kaufen oder bauen.
  2. Mobile Menschen: Mobilität wird von Berufstätigen immer häufiger gewünscht. Tiny-Houses gibt es auf Rädern, sodass man mit seinem Eigenheim von A nach B umziehen kann.
  3. Als Ferienwohnung: Das Tiny-House kann ein mobiles oder günstiges Feriendomizil sein.

Tiny-House bauen oder kaufen

In Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt es Anbieter von Tiny-Houses, die umweltbewussten Menschen erlauben, sich ein kleines Eigenheim zu kaufen. Der Vorteil dieser fertigen Lösungen liegt darin, dass sie von Architekten entworfen wurden und den vorhandenen Platz perfekt ausnutzen.

Falls Sie sich ein kleines Eigenheim wünschen, dieses aber selbst bauen möchten, empfehlen wir, einen Architekten zu beauftragen. Das Problem beim Tiny-House-Eigenbau ist die sinnvolle Nutzung des spärlich vorhandenen Raumes. Ein Architekt, der Erfahrung in diesem Bereich hat, kann Ihnen helfen.