Rauchmelder: Warum sich die Installation auch abseits der Pflicht lohnt

Rauchmelder-Pflicht

Die Rauchmelder-Pflicht gilt noch nicht in allen deutschen Bundesländern. Doch auch Bauherren, die sich in einem Bundesland befinden, wo die Pflicht nicht gilt, sollten Rauchmelder in ihrem Eigenheim installieren.

35 Menschen werden jedem Monat Opfer eines Brandes. Entgegen der allgemeinen Annahme sterben die Menschen nicht durch den Brand selbst, sondern an seinem Folgeschaden: der Rauchvergiftung. Sie überrascht viele Brandopfer im Schlaf, sodass jede Hilfe zu spät kommt.

Rauchmelder-Pflicht in Deutschland

Deutschland belegte im Vergleich zu anderen Ländern der Welt einen abgeschlagenen Platz beim Anteil an Rauchmeldern in Privathaushalten. Dies zeigt ein Dokument des Kreisfeuerwehrverbands Nürnberger Land aus dem Jahr 2002: Damals besaßen nur etwa sieben Prozent aller Haushalte einen Rauchmelder. In den USA lag die Verbreitung bei 90, in Großbritannien 75 und Schweden 70 Prozent.

Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Rauchmelder-Pflicht (Stand: September 2015) in allen Bundesländern bis auf Berlin, Brandenburg und Sachsen eingeführt wurde. Genaue Informationen zu den Regelungen jedes einzelnen Bundeslandes gibt es [hier].

Rauchmelder retten leben

Laut der Publikation des Kreisfeuerwehrverbands Nürnberger Land wird etwa jeder Dritte Brand (35 %) nachts ausgelöst. Dies ist auch der Grund, warum es überwiegend nachts Brandtote gibt (70 %).

Unter der Bevölkerung herrschen große Vorurteile gegenüber Bränden, die dazu führen, dass die Notwendigkeit von Rauchmelder nicht akzeptiert wird. Verbraucher sollten wissen, dass sie innerhalb von zwei Minuten an einer Rauchvergiftung sterben können. Ein spät bemerkter Brand ist also in vielen Fällen fatal.

Verbraucher sollten sich auch nicht darauf verlassen, dass ein Dritter (Haustier, Nachbar) auf den Brand aufmerksam wird und sie darüber benachrichtigt. Auch in diesen Fällen kommt meist jede Hilfe zu spät.

Diese Statistiken verdeutlichen, wie wichtig der Einbau eines Rauchmelders ist – sowohl in Mietwohnungen als auch Eigenheimen. Sobald das System Rauch registriert, ertönt ein lautes Warnsignal, welches Verbraucher aus den Tiefschlaf reißt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie die Möglichkeit, die Immobilie möglichst zügig über Fenster, Türen oder Leitern zu verlassen.

Rauchmelder auch in Bestandswohnungen anbringen

Der Freistaat Sachsen möchte die Rauchmelderpflicht ab 2016 einführen ([Quelle]). Dabei soll die Regelung lediglich für Neu- und Umbauten gelten. Leider betrifft das Gesetz nur ein Prozent aller in Sachsen vorzufindenden Gebäude. Ein ähnliches Problem ist in Thüringen vorzufinden, wo die Nachrüstpflicht für Bestandsbauten bis zum Jahresende 2018 erweitert wurde.

Die Rauchmelderpflicht ist in Sachsen (sowie Berlin und Brandenburg) längst überflüssig. Leider löst die Pflicht in Sachsen nicht das allgemeine Problem, da der Großteil der Immobilien nicht betroffen ist. Aus diesem Grund weisen wir alle Verbraucher in Sachsen darauf hin, Rauchmelder auch in Bestandswohnungen anzubringen. Dazu gehören sowohl eigene Immobilien als auch Mietwohnungen.

Aus den Bundesländern – Rauchmelder retten Leben:
http://www.rauchmelder-lebensretter.de/

Bei Brand korrekt verhalten

Rauchmelder sind eine simple Brandschutzmaßnahme, die Sie nicht viel kostet und ihm Notfall ihr Leben retten kann. Das Schlüsselwort lautet kann, denn Sie müssen sich im Extremfall richtig verhalten. Planen Sie aber vorab eine Notfallroute, die aus dem Haus führt und die sie im Brandfall nutzen können. Falls es zum Brand kommt, helfen folgende Tipps:

  • Geraten Sie nicht in Panik.
  • Verlassen Sie umgehend das Haus, ohne Wertgegenstände mitzunehmen.
  • Bewegen Sie sich in Bodennähe, falls Rauch die Wohnung füllt.
  • Öffnen Sie keine Türen oder Fenster.
  • Rufen Sie nach Verlassen des Hauses die Feuerwehr (112).
  • Warnen Sie Nachbarn oder andere Hausbewohner.