Keine Sanierung ohne Plan

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Vielleicht gehören Sie auch zu jenen Menschen, bei denen der Traum vom Eigenheim ganz weit oben auf der Wunschliste steht. Doch bis Ihr Traum tatsächlich in Erfüllung geht, gilt es einige Hürden zu überwinden. Zu Beginn des Projektes Eigenheim stellt sich die Frage, ob Sie Ihr Eigenheim neu erbauen oder ob sie Sie sich für einen Altbau entscheiden, den Sie liebevoll und individuell sanieren.

Alte Häuser erzählen Geschichten

Für den Kauf eines älteren, sanierungsbedürftigen Zuhause gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens zählen die meisten Menschen nicht zu den Großverdienern und es gibt nur wenige Lotto- Millionäre. Zweitens strahlt ein altes Haus einen überwältigenden Charme aus. Es hat Flair, fast kann man seine Geschichte fühlen und nicht nur Nostalgiefans fühlen sich in die gute, alte Zeit zurückversetzt. Ein altes Haus möchte man einfach haben, um es entweder für den Eigenbedarf oder zum Verkaufen Instand zu setzen.

Alles wird neu

Gründe für eine umfangreiche Sanierung gibt es viele. Den Wohnraum neu strukturieren, die Technik entspricht nicht mehr dem Stand der heutigen Zeit, energiesparende Systeme müssen eingebaut werden um die Kosten zu minimieren oder reduzieren oder einfach alles moderner und schöner zu gestalten sind nur ein paar Gründe für eine umfangreiche Sanierung. Eine genaue Planung spart Geld, Zeit und Nerven. Die Ausgangsbasis für umfangreiche Sanierungen bilden oft Gebäude aus dem vergangenen Jahrhunderts. In der Regel wurden diese Häuser kostengünstig und einfach errichtet, dennoch aber sehr solide. Durch die noch gute Substanz ist ein Neubau nicht sinnvoll. Argument für eine Sanierung sind die teilweise hohen Energiekosten, Komfort- und Platzansprüche sowie die Errichtung moderner Bäder und Toiletten. Damit eine Sanierung ohne böse Überraschungen durchgeführt werden kann, bedarf es mehrerer Fachfirmen. Nicht selten kommt es dabei zu Schwierigkeiten bei der Arbeits- und Terminansprache. Bereits ein einziger verzögerter Arbeitsschritt kann Ihnen den gesamten Baufortschritt stören.

Gut Ding braucht Weile

Verständlich, dass Sie nach dem Erwerb der Immobilie schnell mit der Sanierung beginnen möchten und Ihr neues Zuhause in kürzester Zeit bezugsfertig haben möchten. Aber bitte überstürzen Sie nichts. Das gilt ganz besonders für die Sanierung. Ohne einen Plan, den Sie im besten Fall mit Fachleuten erstellen, kann die Sanierung sehr teuer und zeitintensiv werden. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten ist es wichtig, dass Sie sich über die Finanzierung Gedanken machen und dass alle Schadstellen festgestellt werden. Umfangreiche Sanierungen sind meistens nur mit einer Fremdfinanzierung realisierbar. Deshalb sollte an erster Stelle die Erstellung eines Haushaltsplanes und das Gespräch mit einem Finanzberater stehen. In Folge können Sie die Ursache des Schadens ermitteln und den Umfang der Sanierungsarbeiten festlegen. Egal welche Arbeiten auf Sie warten, zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen steht die Bestandsaufnahme, denn diese detaillierte Bauwerks- Zustandserhebung dient Ihnen als Basis jeder Sanierung. Erst wenn Sie die Ursache des Fehlers behoben haben, können Sie mit der Sanierung beziehungsweise Wiederherstellung beginnen. Sonst würde der Schaden immer wieder auftreten.

 

Mit Staub und Dreck haben Sie eine ganze Weile zu tun. Aber am Ende zahlt sich Ihr Durchhalten aus.
Mit Staub und Dreck haben Sie eine ganze Weile zu tun. Aber am Ende zahlt sich Ihr Durchhalten aus.

Sanieren und Modernisieren

Was ist eigentliche eine Sanierung? Der Begriff Sanierung leitet sich aus dem Lateinischen ab: Sanus bedeutet so viel wie gesund, vernünftig. Im Bauwesen versteht man darunter die technisch- bauliche Wiederherstellung, aber auch die Modernisierung eines Bauwerks, um Mängel zu beseitigen und dadurch den Wohnstandard wesentlich zu erhöhen. Bei der Sanierung wird die Substanz, also das Wesentliche einer Immobilie, verbessert, während hingegen bei der Renovierung in erster Linie von außen sichtbare Schäden behoben werden.

Schadensursache

Viele Schäden, die eine Sanierung erfordern, entstehen durch Wasser. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Profi ins Boot holen. Auch wenn Sie selbst feststellen, dass der Wasserschaden zum Beispiel durch eine fehlende oder fehlerhafte Feuchtigkeitsabdichtung entstanden ist, können Sie trotzdem nicht den Rückschluss ziehen, dass die schadhafte Stelle der Isolierung in der Nähe des sichtbaren Wasserschadens liegt. Das Wasser kann an einer beliebigen Stelle im Außenbereich eindringen und weit weg von dieser stelle im Inneren erst sichtbar werden. Das kann neben der Wand, zum Beispiel auch die Decke oder der Boden sein .Vergessen Sie auch nicht die Kapillarwirkung, die es dem Wasser ermöglicht, sich hinaufbewegen zu können.

Schadensbehebung

Besteht die Möglichkeit durch eine Sanierung schadhafte Stellen wieder in Ordnung zu bringen, verwenden Sie nur Materialien, welche die Funktion der vorhanden Teile nicht beeinträchtigen. Bedenken Sie auch, dass Sie für größere Sanierungen eine Baubewilligung benötigen. Den Baubescheid bekommen Sie schriftlich ausgefertigt, wie Sie das von anderen klassischen Schreiben von Ämtern kennen. Wichtig für Sie ist auch zu wissen, dass es zu privatrechtlichen Einwendungen von den Anrainern kommen kann, wobei diese Einwendungen jedoch auf die Baubewilligung der Baubehörde keinen Einfluss haben, sondern nach versuchter Einigung auf den Rechtsweg verwiesen werden.

Nachforschung zur Planung

Besorgen Sie sich, auch wenn es Sie vielleicht viel Zeit kostet, alle Unterlagen, Pläne und Aufzeichnungen, die Sie über Ihr erworbenes Gebäude bekommen können. Alle Baubeschreibungen geben Ihnen wertvolle und wichtige Informationen über die Bausubstanz. Bei sehr alten Häusern können unter Umständen keine Aufzeichnungen vorhanden sein. Bei solchen Immobilien müssen Sie zusätzlich zum Bauantrag einen Antrag auf nachträgliche Bewilligung stellen. Suchen Sie das Gespräch mit den Vorbesitzern, Nachbarn und Anrainern. Oft erfahren Sie dadurch Wissenswertes über die Bausubstanz und die verwendeten Materialien. Bevor Sie mit der Sanierung oder einem Um- oder Zubau beginnen, lassen Sie die Haustechnik- Anlagen und alle dazu gehörigen alten Teile untersuchen.

Arbeiten an der Basis

Es gibt viele Ursachen, die zu feuchten Wänden führen. Zuallererst müssen Sie prüfen, was bei Ihrem Gebäude der Grund für das nicht intakte Mauerwerk ist und welches Sanierungskonzept für Ihre Immobilie sinnvoll und geeignet ist. Im Zentrum jeder Trockenlegung muss immer ein professionelles und ordentliches Sanierungskonzept stehen, das neben dem Mauertrocknungsverfahren auch wirksame Methoden der Mauerwerkentsalzung enthält .Je genauer und detaillierter die Angaben, desto einfacher ist es für Sie, die Vor- und Nachteile der einzelnen Maßnahmen zu erkennen und die richtige Wahl zu treffen.

Thermische Sanierung

Durch die Modernisierung der Heizung, Austausch der Fenster, einer Dämmung der Wände, der Kellerdecke und des Daches können Sie den Energieverbrauch senken und Geld sparen. Immerhin sind es die Energiekosten, die das größte Loch im Haushaltsbudget verursachen. Alle diese Maßnahmen fallen unter den Begriff thermische Sanierung. Gleichzeitig können Sie Förderungen beantragen, denn thermische Sanierungen im privaten Wohnbau sind förderungswürdig. Bei der Sanierung ist die gute und ausführliche Beratung entscheidend für den Erfolg. Mit einer guten Planung und einem maßgeschneiderten Angebot ohne versteckte Kosten können Sie viel Zeit, Mühe und Geld sparen. Ein Fenstertausch rentiert sich. Zwar machen die Fenster nur rund acht bis zehn Prozent der Gebäudehülle aus, alte Elemente verursachen aber bis zu fast vierzig Prozent des jährlichen Energieverbrauches bei einem Haus.

Aufwendig und mühsam – Die Schimmelsanierung

Ist Ihr Haus oder ihre Wohnung vom Schimmelbefall betroffen und ergibt das Profigutachten, dass gegen den Schimmelbefall nur mehr eine Mauerwerkssanierung hilft, sollten Sie sofort Maßnahmen gegen die Pilzsporen ergreifen und zwar noch bevor Sie mit der eigentlichen Sanierung beginnen. Hier zählt jeder Tag, setzen Sie Ihre Familie nicht den gefährlichen Sporen aus.

Checkliste Sanierung

Dach

  • Holzverbindungen müssen funktionstüchtig sein
  • Kontrolle, ob Risse oder Formveränderungen vorhanden sind
  • Schädlingskontrolle, vor allem bei Dachöffnungen und Schalungen
  • Kontrolle der Gaupen und Giebelwände
  • Deckungsmaterial auf Risse, Korrosion und Löcher überprüfen

Fassade und Putz

  • Feuchtschäden an der Fassade
  • Sind Salzausblühungen vorhanden
  • Fleckenbildung durch klimatische Schäden

Sockelbereich

  • Aufsteigende Feuchtigkeit
  • Spritzwasserspuren
  • Sind vorhandene Sockelverkleidungen noch in Ordnung

Türen und Fenster

  • Überprüfen der Dichtheit
  • Materialschäden an den konstruktiven Teilen
  • Sind Verankerungen und Scharniere sicher

Haustechnik

  • Wasserrohre auf Qualität überprüfen
  • Wie alt sind die Elektroleitungen
  • Wie alt sind der Zählerkasten und die Sicherungen
  • In welchen Zustand sind die Heizung und die Heizkörper

Raumaufteilung

  • Soll das Dachgeschoß und oder der Keller zukünftig bewohnt werden
  • Wird das Haus oder die Wohnung ganzjährig bewohnt
  • Kommt es im Zuge der Sanierung zu einer neuen Raumaufteilung
  • Können nicht tragende Wände entfernt werden
  • Soll oder muss das Haus oder die Wohnung barrierefrei werden
  • Können Räume vergrößert oder zusammengelegt werden

Raumklima

  • Ausreichend Dämmung der Außenwände
  • Luftfeuchtigkeit in den Räumen
  • Sind funktionsfähige Belüftungssysteme vorhanden
  • Kondenswasserbildung
  • Schwitzen eventuell die Steinböden

Thermographie

  • Eruieren der thermischen Schwachstellen mit Hilfe der Wärmebildkamera
  • Rohrleitungen termographisch untersuchen, eventuell vorhandene Lecks beseitigen
  • Elektrische Anlagen mit thermographischen Aufnahmen untersuchen

Damit Ihr Traum vom sanierten Haus nicht zum Alptraum wird, ist eine gute Planung und professionelle Hilfe notwendig. Kleine Arbeiten wie beispielsweise tapezieren, ausmalen oder alte Fliesen entfernen können Sie bei etwas handwerklichen Geschick selbst durchführen. Das entlastet die Geldbörse und macht sogar noch Spaß. Arbeiten an der Substanz, an den Elektroleitungen und an den Heizsystemen gehören in die Hände der Profis. Unterschätzen Sie aber nicht die Arbeit. Eine Sanierung bedeutet doch eine größere Baustelle für längere Zeit, viel Arbeit, Staub und Lärm. Holen Sie sich Kostenvoranschläge von mehreren konzessionierten Fachfirmen und wählen Sie, wenn auch zugegeben sehr verlockend, nicht den günstigsten Handwerker. Billig ist nicht zwingend gut und schließlich möchten Sie ein ordentlich saniertes Eigenheim und keinen Pfusch am Bau. Lassen Sie sich von den Kosten und der Arbeit nicht abschrecken, Ihr altes Haus wird nach der Sanierung im neuen Glanz erstrahlen. Ein gut saniertes Haus punktet durch Flair und Charme und ist so manchen Neubau vorzuziehen.

Fotos:
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