Das Niedrigenergiehaus: Teurer Bau – günstiges Wohnen

Niedrigenergiehaus

In Zeiten beständig steigender Energiekosten und des aktiven Umweltschutzes werden Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser immer beliebter. Doch diese sind von den reinen Baukosten her deutlich teurer, als eine konventionell gebaute Immobilie. Warum sollten Sie sich also für eine solche Bauweise entscheiden? Und welche Kriterien sind bei einem Niedrigenergiehaus wichtig?

Enge Definitions-Richtlinien erfordern eine gründliche Planung

Der Begriff Niedrigenergiehaus wurde erstmals im Jahr 2002 als Standard eingesetzt und erst in den letzten Jahren vom sogenannten Passivhaus-Standard abgelöst. Die Definitionen unterscheiden sich vor allem zwischen einzelnen Ländern erheblich. In Deutschland liegt die gängige Norm bei einem Verbrauch von 1,5L Heizöl pro Quadratmeter auf das Jahr gerechnet. Diese recht engen Definitionen sind wichtig, da es für das Passivhaus eigene Fördermittel gibt, die in Anspruch genommen werden können. Wenn Sie sich also für ein Niedrigenergiehaus beziehungsweise Passivhaus entscheiden, dann sollten Sie die Förderungsmöglichkeiten im Auge behalten. Zum einen gibt es für ein solches Haus verbesserte Zinssätze bei der KfW, zum anderen bieten die verschiedensten Bundesländer eigene Förderprogramme an. Somit lassen sich die Mehrkosten einer solchen Immobilie bereits sehr gut auffangen.

Die Kosten amortisieren sich

Neben den verschiedenen Förderungsmöglichkeiten muss man dazu noch betonen, dass sich die zusätzlichen Kosten für ein solches Niedrigenergiehaus in der Regel innerhalb von 10 Jahren amortisieren. Die Dauer hängt allerdings auch von der gewählten Finanzierung und den dazu angesetzten Zinsen ab und ist daher variabel. Insgesamt rechnet man bei einem Neubau mit zusätzlichen Kosten von 5 – 15 Prozent für ein solches Passivhaus. Da die Heizkosten allerdings im Regelfall um circa 75 Prozent reduziert sind, rechnet sich eine solche Bauweise schnell und vor allem nachhaltig. Denn neben der reinen Kostenersparnis ist natürlich auch die Lebensqualität in einem solchen Haus deutlich höher.

Energieeffizienz

Worauf Sie bei einem Passivhaus achten sollten

Damit ein solches Haus überhaupt möglich wird, müssen bereits bei der Planung verschiedene Elemente beachtet werden. Selbst wenn Sie sich gegen ein Niedrigenergiehaus entscheiden sollten, können einige der Vorschläge bei nur geringen Kostenveränderungen eine deutliche Reduzierung des Energiebedarfes bewirken. Da sind zum einen die Fenster. Ein Niedrigenergiehaus verfügt in der Regel über große Fensterflächen, die im Optimalfall an den Sonnenstand ausgerichtet sind. Die dreifach-verglasten Fenster bieten dabei nicht nur einen sehr guten Wert in Sachen Wärmedämmung und verfügen dementsprechend über nur kleine Fensterrahmen, sondern lassen auch viel Licht und somit Wärme ins Haus. Wenn Sie bei der Planung des Hauses und der Innenräume bereits auf großflächige Fenster achten, welche im Optimalfall die Mittags- und Nachmittagssonne einfangen, dann können Sie im Winter spürbar an Heizkosten sparen.

Die Lüftung ist das entscheidende Kriterium

Ein Niedrigenergiehaus verfügt nicht nur über große Fenster, sondern auch über eine optimale Wärmedämmung. Das bedeutet, dass keinerlei Kältebrücken ins Innere des Hauses bestehen dürfen. Die Außenwände, das Dach und natürlich auch die Türen sind optimal gedämmt. Allerdings ist bei einer solchen Dämmung kein Luftaustausch mehr möglich. Und lüften über die Fenster würde zu viel Energie verschwenden beziehungsweise die Wärme aus dem Haus lassen. Also nutzt ein modernes Passivhaus eine aktive Lüftungsanlage, welche im Idealfall mit einer Wärmegewinnungsanlage gekoppelt ist. Somit wird nicht nur der Luftaustausch geregelt und das Raumklima verbessert, sondern auch die einströmende Luft vorgeheizt und der ausströmenden Luft Wärme entzogen. Daher ist bei der Planung eines solchen Hauses nicht nur auf die nötigen Leitungen und den Platz für ein solches Wärmetauschsystem zu achten, sondern auch auf den Schnitt der Räume. Enge Ecken sind eher hinderlich für ein solches System. Große, offene Räume hingegen ermöglichen einen einfachen Austausch der Luft und ein angenehmes Strömungsverhalten.

Durch diese Maßnahmen und noch weitere Optionen sinkt der Energieverbrauch eines solchen Hauses enorm ab. In Kombination mit einer Heizanlage mit nachwachsenden Rohstoffen schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel erheblich.

Interessant dazu:
Förderprogramme der KfW nutzen
Energiesparen beginnt beim Bau